Wärmeleitpaste auftragen: Menge, Methode und Mythen
Kaum ein Handgriff beim Rechnerbau ist so überfrachtet mit Ratschlägen wie das Auftragen der Wärmeleitpaste. Kreuze, Spiralen, fünf Punkte, gleichmäßiges Verstreichen mit der Karte: für jede Methode findet sich eine Anhängerschaft. Der Anteil dieser Entscheidung am Ergebnis ist erfreulich klein.
Wärmeleitpaste füllt Unebenheiten, sie kühlt nicht
Die Paste ist ein Notbehelf. Metall auf Metall hätte die bessere Wärmeleitung, aber beide Flächen sind mikroskopisch rau, und Luft in diesen Tälern isoliert. Die Paste verdrängt genau diese Luft. Alles, was darüber hinaus zwischen Deckel und Kühler liegt, verschlechtert das Ergebnis.
- Zu wenig: Randbereiche bleiben trocken, die Temperatur schwankt
- Zu viel: Paste quillt heraus, ohne die Leitung zu verbessern
- Genau richtig: eine Erbse in der Mitte, vom Anpressdruck verteilt
Der Anpressdruck erledigt die Verteilung
Setzen Sie den Kühler gerade auf und ziehen Sie die Schrauben über Kreuz an, immer nur eine halbe Umdrehung je Ecke. Der Druck verteilt die Paste besser, als jede Karte es könnte, und ohne Lufteinschlüsse. Kippeln beim Aufsetzen erzeugt dagegen genau die Blasen, die Sie vermeiden wollen.
Wärmeleitpaste ist eine Dichtung, kein Kühlmittel. Wer sie großzügig aufträgt, dichtet die Wärme ein.
Prozessoren mit großer Fläche brauchen eine andere Form
Bei länglichen Deckeln, wie sie größere Serverprozessoren tragen, arbeitet ein dünner Streifen entlang der Längsachse zuverlässiger als ein einzelner Punkt. In unserem Testaufbau blieb dabei am Rand deutlich weniger Fläche trocken. Bei quadratischen Deckeln bleibt der Punkt in der Mitte die einfachste sichere Lösung.
Wann Sie erneuern sollten
Alle drei bis fünf Jahre oder immer dann, wenn der Kühler abgenommen wurde. Reste entfernen Sie mit einem fusselfreien Tuch und etwas Isopropanol, nicht mit dem Fingernagel und nicht mit Küchenpapier.