Gehäuselüfter anordnen: Luftweg und Druckverhältnisse
Ein Gehäuse voller Lüfter kühlt nicht zwangsläufig besser als ein Gehäuse mit dreien an der richtigen Stelle. Luft ist träge, sie folgt dem Weg des geringsten Widerstands, und sie nimmt Wärme nur mit, wenn sie tatsächlich an den heißen Bauteilen vorbeikommt.
Luftweg planen: vorne unten hinein, hinten oben hinaus
Warme Luft steigt, also arbeitet man mit ihr statt gegen sie. Die Zuluft kommt an der Front und im Boden, die Abluft geht nach hinten und oben. Alles, was diesen Weg kreuzt, kostet Wirkung: ein Lüfter im Deckel, der nach innen bläst, hebt die Wirkung der hinteren Abluft teilweise auf.
- Front und Boden: einblasend
- Rückwand und Deckel: ausblasend
- Kabel und Laufwerkskäfige: aus dem Luftweg räumen
Überdruck hält den Staub draußen
Wenn mehr Luft hinein als hinaus befördert wird, entsteht ein leichter Überdruck. Die Luft verlässt das Gehäuse dann durch jede Ritze, statt Staub durch sie anzusaugen. Das ist der einzige zuverlässige Weg, einen Rechner über Jahre sauber zu halten, denn nur die Zuluft lässt sich filtern.
Ein Rechner mit Unterdruck putzt die Wohnung. Leider sammelt er den Staub innen.
In unserem Testaufbau reichte ein einzelner zusätzlicher Frontlüfter, um nach drei Monaten einen sichtbaren Unterschied auf den Kühlrippen zu erzeugen. Die Temperaturen änderten sich dabei kaum, die Wartungsintervalle deutlich.
Drehzahl schlägt Anzahl
Zwei große Lüfter bei niedriger Drehzahl bewegen dieselbe Luftmenge wie vier kleine bei hoher, nur eben leiser. Größere Rahmen sind fast immer die ruhigere Lösung, sofern das Gehäuse sie aufnimmt.
Kurz nachgemessen
Halten Sie ein Blatt Papier vor die Gehäuseöffnungen. Wo es angesaugt wird, herrscht Unterdruck, wo es weggedrückt wird, Überdruck. Für diese Prüfung braucht es kein Messgerät, nur ruhige Hände.