Luftkühler oder Wasserkühlung: eine nüchterne Abwägung
Kaum ein Thema erhitzt die Gemüter so zuverlässig wie die Wahl der Prozessorkühlung. Dabei ist der Unterschied bei durchschnittlicher Last kleiner, als die Bilder in den Katalogen vermuten lassen. Interessant wird es an den Rändern: bei sehr kompakten Gehäusen, bei sehr hoher Dauerlast und bei sehr empfindlichen Ohren.
Luftkühler gewinnen bei Wartung und Lebensdauer
Ein Turmkühler besteht aus Metall, einem Lüfter und Schrauben. Es gibt nichts, was auslaufen kann, und der einzige Verschleißteil ist der Lüfter, den Sie für wenige Euro tauschen. Nach fünf Jahren arbeitet ein guter Turm so gut wie am ersten Tag, sofern Sie ihn einmal ausblasen.
- Kein Pumpengeräusch, kein Flüssigkeitsverlust
- Gewicht auf dem Mainboard beachten, besonders beim Transport
- Bauhöhe und Abstand zum Arbeitsspeicher vor dem Kauf messen
Wasserkühlung gewinnt bei Platz und Lastspitzen
Eine kompakte Wasserkühlung verlagert die Wärme dorthin, wo Luft hineinkommt, und macht den Bereich um den Sockel frei. Bei kurzen, heftigen Lastspitzen puffert die Flüssigkeit zudem einen Moment, bevor die Temperatur steigt. Bei stundenlanger Volllast verschwindet dieser Vorteil wieder, denn dann zählt allein die Fläche des Radiators.
Wasser kühlt nicht besser als Luft. Es transportiert die Wärme nur an eine bequemere Stelle.
In unserem Testaufbau lag der Unterschied bei ruhiger Büroarbeit im Rahmen der Messstreuung. Hörbar wurde er erst, als beide Systeme eine halbe Stunde unter voller Last standen, und selbst dann entschied die Lüfterkurve mehr als die Bauart.
Die Geräuschfrage ist eine Frage der Regelung
Ein lautes System liegt fast nie am Kühlertyp, sondern an einer hektischen Lüfterkurve. Wer die Drehzahl über einen breiteren Temperaturbereich sanft ansteigen lässt, gewinnt mehr Ruhe als durch jeden Bauteiltausch.
Unsere Empfehlung für den Regelfall
Im normalen Tower mit ausreichend Bauhöhe nehmen Sie den Luftkühler. Im kleinen Gehäuse, bei sehr hoher Abwärme oder wenn der Sockelbereich frei bleiben soll, greifen Sie zur Wasserkühlung und planen den Pumpenwechsel nach einigen Jahren ein.