CDs und DVDs brennen: was heute noch dafür spricht
Optische Laufwerke sind aus den meisten Rechnern verschwunden, und trotzdem erreichen uns regelmäßig Fragen dazu. Vereine archivieren Protokolle, Fotografen übergeben Aufnahmen an Kunden ohne Netzzugang, und in manchen Behörden ist die Scheibe weiterhin ein akzeptiertes Übergabeformat.
Optische Datenträger altern anders als Flashspeicher
Eine beschriebene Scheibe hält ihre Daten ohne Stromzufuhr über viele Jahre, sofern sie dunkel, trocken und stehend gelagert wird. Ein USB-Stick in der Schublade verliert dagegen mit der Zeit Ladung in seinen Speicherzellen. Für ein Archiv, das jahrelang unberührt liegt, ist das ein echter Unterschied.
- Dunkel und stehend lagern, nie flach gestapelt
- Beschriftung nur auf der Hülle oder mit geeignetem Stift
- Rohlinge namhafter Hersteller kaufen, keine Restposten
Brenngeschwindigkeit entscheidet über die Fehlerrate
Mit halber Höchstgeschwindigkeit zu schreiben ist der einzige Rat, der sich über die Jahre gehalten hat. Der Laser setzt die Vertiefungen dann sauberer, und die Scheibe bleibt auch in älteren Laufwerken lesbar. In unserem Testaufbau ließen sich langsam geschriebene Rohlinge deutlich zuverlässiger in fremden Geräten lesen als solche mit voller Geschwindigkeit.
Eine Scheibe, die nur im eigenen Laufwerk läuft, ist kein Archiv. Sie ist ein Souvenir.
Nachrüsten geht per USB in fünf Minuten
Wer noch alte Datenträger einlesen möchte, braucht kein neues Gehäuse. Ein externes Laufwerk mit USB-Anschluss kostet wenig, arbeitet ohne Treiberinstallation und verschwindet nach getaner Arbeit wieder in der Schublade. Für gelegentliches Einlesen von Familienarchiven ist das die praktischste Lösung.
Der ehrliche Rahmen
Als tägliches Arbeitsmedium ist die Scheibe erledigt. Als zweite oder dritte Sicherungskopie neben einer externen Festplatte hat sie noch eine Berechtigung, gerade weil sie sich nicht versehentlich überschreiben lässt.