Netzteil auslegen: Watt, Wirkungsgrad und Reserven
Das Netzteil ist das Bauteil, an dem am häufigsten falsch gespart und gleichzeitig am häufigsten sinnlos überdimensioniert wird. Beides folgt aus derselben Unsicherheit: Niemand weiß so recht, wie viel Leistung ein Rechner eigentlich zieht.
Watt richtig schätzen statt großzügig raten
Addieren Sie die Angaben von Prozessor und Grafikkarte unter Volllast und rechnen Sie rund achtzig Watt für alles Übrige dazu. Auf diese Summe legen Sie etwa dreißig Prozent Reserve. Ein üblicher Aufbau mit Mittelklassekarte landet damit selten über 650 Watt, und ein Gerät mit tausend Watt kostet nur Geld.
- Rechenbeispiel: Prozessor plus Grafikkarte plus achtzig Watt
- Reserve: rund dreißig Prozent für Lastspitzen und Alterung
- Faustregel: mehr Watt kaufen bringt keine Stabilität, bessere Bauteile schon
Wirkungsgrad zählt genau dort, wo der Rechner steht
Die bekannten Effizienzsiegel messen bei zwanzig, fünfzig und hundert Prozent Auslastung. Ihr Rechner verbringt den Tag aber irgendwo bei zehn bis dreißig Prozent, und dort trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein Netzteil, das im unteren Bereich sauber arbeitet, spart über Jahre mehr Strom als eine Nummer größer bei gleichem Siegel.
Ein Netzteil bezahlt man einmal und trägt es drei Rechner lang. Genau deshalb ist es der falsche Ort zum Sparen.
Kabel, Schutzschaltungen und Lüfterverhalten
Achten Sie auf eine ausreichende Zahl an Anschlüssen für die Grafikkarte und auf abnehmbare Kabel, die das Verlegen erleichtern. Ein Gerät mit stehendem Lüfter im Teillastbetrieb ist im Büro Gold wert. In unserem Testaufbau blieb der Lüfter eines solchen Netzteils bei normaler Arbeit über Stunden vollständig aus.
Wann tauschen
Nach etwa acht bis zehn Jahren, unabhängig vom äußeren Zustand. Kondensatoren altern lautlos, und ein müdes Netzteil zieht im Ernstfall andere Bauteile mit sich.