Arbeitsspeicher bestücken: zwei Riegel oder vier?
Beim Arbeitsspeicher gilt eine Regel, die dem gesunden Menschenverstand widerspricht: Vier Riegel sind nicht automatisch besser als zwei. Wer aufrüstet, ohne das Handbuch des Mainboards zu öffnen, verschenkt regelmäßig Bandbreite oder handelt sich einen instabilen Betrieb ein.
Bänke belegen nach Handbuch, nicht nach Gefühl
Die meisten Mainboards mit vier Steckplätzen wollen bei zwei Riegeln die Plätze zwei und vier belegt sehen, von der Prozessorseite aus gezählt. Nur dann arbeitet der Speichercontroller im Zweikanalbetrieb. Zwei Riegel nebeneinander im ersten und zweiten Steckplatz laufen zwar, aber deutlich langsamer.
- Zwei Riegel: Zweikanalbetrieb, meist die stabilste Konfiguration
- Vier Riegel: mehr Kapazität, oft niedrigerer garantierter Takt
- Gemischte Sätze: möglich, aber nur mit Geduld beim Einstellen
Vier Riegel belasten den Speichercontroller stärker
Jeder zusätzliche Riegel hängt elektrisch an derselben Leitung. Der Controller im Prozessor muss mehr Last treiben, und viele Hersteller geben deshalb für vier Module einen niedrigeren zugesicherten Takt an als für zwei. In der Praxis bedeutet das: Ein Satz aus zwei Riegeln mit je 16 Gigabyte läuft häufig schneller als vier Riegel mit je 8.
Kapazität kaufen Sie einmal, Takt bezahlen Sie jeden Tag. Zwei große Riegel sind meistens der ruhigere Weg.
Das Profil im Firmware-Menü muss aktiviert werden
Ab Werk starten viele Systeme mit dem konservativen Grundtakt, nicht mit dem beworbenen. Erst das hinterlegte Übertaktungsprofil im Firmware-Menü holt die bezahlte Geschwindigkeit ab. In unserem Testaufbau lief ein frisch bestückter Rechner wochenlang unter seinem Datenblattwert, weil dieser Schalter niemand angerührt hatte.
Vor dem Kauf prüfen
Schauen Sie in die Freigabeliste Ihres Mainboards und achten Sie auf die Bauhöhe der Module. Riegel mit hohen Kühlkörpern kollidieren gern mit großen Turmkühlern, und dieser Konflikt fällt erst beim Zusammenbau auf.