Grafikkarte: wie viel Videospeicher genügt?
Der Videospeicher ist die Angabe, über die am lautesten gestritten wird, und zugleich die am schlechtesten verstandene. Ein voller Speicher ist nämlich kein Problem. Ein überlaufender ist eines, und der Unterschied zwischen beiden Zuständen entgeht den meisten Anzeigen.
Videospeicher wird gefüllt, nicht verbraucht
Grafiktreiber halten Texturen im Speicher, solange Platz ist, auch wenn sie gerade nicht gebraucht werden. Eine Anzeige, die elf von zwölf Gigabyte belegt meldet, sagt daher wenig aus. Entscheidend ist, ob Daten während der Darstellung nachgeladen werden müssen, denn erst dann entstehen kurze Aussetzer.
- Belegt: der Treiber hat den Platz genutzt, weil er frei war
- Benötigt: ohne diese Daten stockt die Darstellung
- Nachgeladen: der Speicher reicht nicht, es ruckelt in Stößen
Auflösung und Texturstufe treiben den Bedarf
Der Sprung von hoher auf sehr hohe Texturauflösung kostet oft mehr Speicher als der Sprung von 1080 auf 1440 Bildzeilen. Wer den Regler für Texturen eine Stufe zurückstellt, gewinnt in unserem Testaufbau spürbar Luft, ohne dass das Bild sichtbar leidet. Schatten und Nachbearbeitung kosten dagegen Rechenleistung, kaum Speicher.
Ein Bild, das flüssig läuft, ist mehr wert als eine Texturstufe, die nur im Standbild auffällt.
Acht Gigabyte sind die neue Untergrenze
Für Büro, Bildbearbeitung und ältere Spiele genügen acht Gigabyte weiterhin. Wer aktuelle Titel in 1440 Bildzeilen spielt oder mit großen Datensätzen rechnet, plant besser mit zwölf. Sechzehn und mehr lohnen sich, wenn Sie in sehr hoher Auflösung arbeiten oder die Karte mehrere Jahre behalten wollen.
Vor dem Kauf
Prüfen Sie die Anschlussvielfalt und die Baulänge. Eine Karte mit reichlich Speicher nützt wenig, wenn sie die Frontlüfter blockiert oder Ihr Bildschirm einen Anschluss braucht, den sie nicht besitzt.