Externe Festplatte oder SSD: die richtige Wahl fürs Archiv
Die Frage klingt nach Geschmackssache, ist aber eine Frage des Einsatzorts. Beide Bauarten haben eine Schwäche, und beide Schwächen treten genau dort auf, wo man sie am wenigsten erwartet: die eine unterwegs, die andere im Regal.
Mechanische Festplatten sind der bessere Regalbewohner
Eine Festplatte speichert magnetisch und behält ihre Daten über Jahre ohne Stromzufuhr. Sie ist pro Terabyte deutlich günstiger, was bei Fotoarchiven schnell den Ausschlag gibt. Ihre Schwäche ist mechanischer Natur: Ein Sturz aus Tischhöhe im laufenden Betrieb kann alles beenden.
- Regal und Schrank: mechanische Platte, groß und günstig
- Rucksack und Baustelle: SSD, stoßunempfindlich und leise
- In beiden Fällen: mindestens zwei Kopien an zwei Orten
SSDs vertragen Stöße, aber keine jahrelange Untätigkeit
Ein Flashspeicher hält Ladungen in Zellen fest, und diese Ladung schwindet über sehr lange Zeiträume ohne Stromzufuhr. Für ein Laufwerk, das monatlich angeschlossen wird, spielt das keine Rolle. Für eine Scheibe, die fünf Jahre unberührt im Keller liegt, ist die mechanische Platte die ruhigere Wahl.
Ein Archiv auf einem einzigen Datenträger ist kein Archiv. Es ist eine Wette mit sehr langer Laufzeit.
Das Gehäuse entscheidet mit über die Lebensdauer
Günstige externe Laufwerke stecken oft in Kunststoffgehäusen ohne jede Wärmeableitung. Unter Dauerlast steigt die Temperatur, und die Elektronik altert schneller. In unserem Testaufbau wurde ein einfaches Gehäuse beim Kopieren von zweihundert Gigabyte spürbar heiß, während ein Aluminiumgehäuse handwarm blieb.
Die Regel, die alles trägt
Drei Kopien, zwei verschiedene Datenträgerarten, eine davon außer Haus. Wer diese Regel befolgt, darf sich die Frage nach der besten Bauart entspannt beantworten, denn ein Ausfall kostet dann nur Geld und keine Erinnerungen.