Gebrauchte Hardware kaufen: worauf zu achten ist
Der Gebrauchtmarkt ist die einzige Stelle, an der sich beim Rechnerbau noch wirklich sparen lässt. Er belohnt allerdings Wissen und bestraft Eile. Die Frage ist nie, ob ein Teil gebraucht taugt, sondern welches Bauteil überhaupt alt werden kann, ohne heimlich schlechter zu werden.
Bauteile ohne Verschleiß sind die sichere Wahl
Prozessoren, Arbeitsspeicher und Gehäuse haben keine beweglichen Teile und keine chemisch alternden Bestandteile in nennenswertem Umfang. Entweder sie funktionieren, oder sie tun es nicht, und beides zeigt sich innerhalb weniger Minuten. Genau hier liegt das beste Verhältnis von Ersparnis zu Risiko.
- Ruhig gebraucht: Prozessor, Arbeitsspeicher, Gehäuse, Kühler
- Mit Vorsicht: Grafikkarte, Mainboard, Bildschirm
- Besser neu: Netzteil und Systemlaufwerk
Netzteile und Laufwerke altern unsichtbar
Im Netzteil sitzen Kondensatoren, die über die Jahre Kapazität verlieren, und dieser Verlust ist von außen nicht erkennbar. Ein müdes Netzteil arbeitet weiter, liefert aber unsaubere Spannung, und der Schaden trifft dann andere Bauteile. Bei SSDs wiederum verrät erst die Schreibstatistik, wie viel Leben noch übrig ist.
Bei gebrauchter Hardware sparen Sie an den Teilen, die nur funktionieren oder nicht. Nie an denen, die langsam schlechter werden.
Prüfen, bevor gezahlt wird
Lassen Sie sich ein Foto des laufenden Systems mit sichtbarem Firmware-Menü schicken, samt erkanntem Prozessor und Speicher. Bei Grafikkarten fragen Sie nach der Zahl der Betriebsstunden und danach, ob die Karte in einem Dauerbetrieb zum Rechnen eingesetzt wurde. In unserem Testaufbau hat sich außerdem bewährt, jedes gebrauchte Laufwerk zuerst vollständig zu beschreiben und danach die Fehlerwerte auszulesen.
Der ehrliche Preisrahmen
Zwischen dreißig und fünfzig Prozent unter Neupreis ist bei zwei bis vier Jahre alter Ware realistisch. Wer deutlich darunter liegt, verkauft entweder in Eile oder verschweigt etwas. Fragen Sie in diesem Fall nach, freundlich und konkret.